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Pressebericht vom 23.01.2018 (www.mittelbayrische.de)

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Knöllchen gibt's nun auch in Roding'

Die Verkehrsüberwacher haben in der Stadt schon einige Falschparker und Raser erwischt. Auf Streife mit dem Zweckverband

Von Bastian Schreiner

Ticket gelöst, aber seit 20 Minuten abgelaufen: Verkehrsüberwacher Thomas Gräml zückt sein Smartphone, erfasst die Daten und klemmt den Strafzettel an den Scheibenwischer. Foto: Schreiner

 
Roding. Thomas Gräml kennt sie alle, die Ausreden der Autofahrer. „Ich muss nur kurz in die Apotheke“ und „Ich war doch nur zwei Minuten weg“ gehören zu den Klassikern. Darüber kann der Verkehrsüberwacher nur schmunzeln, denn die Regeln sind eindeutig. Wer auf dem Gehweg parkt, kein Ticket löst oder die Parkzeit überschreitet, riskiert einen Strafzettel. In Roding gilt das nach eher sporadischen Kontrollen in der Vergangenheit seit Anfang Januar, als der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz seine Arbeit aufgenommen hat, in besonderer Weise.

In der dunkelblauen Uniform mit Abzeichen macht sich der Teamleiter an diesem Montag auf Streife durch die Überwachungszone. Hinter der Windschutzschreibe der geparkten Autos in der Schulstraße liegt jeweils ein gültiges Ticket. In der Falkensteiner Straße bleibt Thomas Gräml keine Wahl. Ein schwarzer Audi steht im absoluten Halteverbot. „Das macht 15 Euro“, sagt er, tippt die Daten auf seinem Smartphone ein und macht Beweisfotos vom „Tatort“. Die Informationen mit dem Tatvorwurf hat der Innendienst somit fast in Echtzeit vorliegen. „Die Leute können sich mit Beschwerden direkt an den Zweckverband wenden, der das Aktenzeichen dann bearbeitet“, erklärt Gräml. Der Stadt entsteht dadurch kein Aufwand mit lästiger Sachbearbeitung.

Stadt bucht Stundenkontingent

Das Verwarn- oder Bußgeld muss zwar an den Verband überwiesen werden, fließt jedoch auf das Konto der Stadt. „Wir bezahlen dafür die gebuchten Stunden“, teilt Amtsleiter Josef Köppl mit. 20 Stunden pro Monat hat die Kommune für den ruhenden Verkehr gebucht. Überwacht wird das Gebiet, in dem die Stadt Parkraum bewirtschaftet. Im fließenden Verkehr sind 30 Stunden pro Monat vereinbart. An neuralgischen Punkten wie Schulen, Kindergärten oder Tempo-30-Zonen wird die Geschwindigkeit gemessen. Wer innerorts sechs Stundenkilometer zu schnell ist, zahlt 15 Euro. Bei 21 km/h mehr werden 80 Euro fällig inklusive einem Punkt. Wer 31 km/h zu schnell fährt, muss den Führerschein einen Monat abgeben.

„Wir haben schon ein paar Raser erwischt“, berichtet Gräml. Und auch in der Paul-Gerhardt-Straße hat der Verkehrsüberwacher viel zu tun. Der Fahrer eines roten Volkswagens hat kein Ticket gelöst und wird mit zehn Euro verwarnt. Die „Brotzeittaste“ – eine Viertelstunde ist in Roding gebührenfrei – hätte man zumindest aktivieren können, meint Gräml. Daneben steht ein schwarzer Suzuki. Der Parkschein, der im Auto liegt, ist seit 20 Minuten abgelaufen. Gräml hat bereits Datum, Ort und Kennzeichen erfasst. Das Knöllchen, das der mobile Drucker gerade ausgespuckt hat, klemmt der Teamleiter zwischen Windschutzscheibe und Scheibenwischer. „Zehn Euro Verwarngeld – bei längerer Überschreitung wird es entsprechend teurer“, merkt er an. Auch die Gehwegparker sind der Stadt ein Dorn im Auge. Zwei davon verwarnt Gräml in der Paul-Gerhardt-Straße mündlich. Während ein Herr just aus der Apotheke kommt, sitzt die ältere Dame in ihrem Wagen. Beide zeigen sich im Gespräch mit dem Verkehrsüberwacher einsichtig. „Beim nächsten Mal kostet der Verstoß 20 Euro“, sagt Gräml, der versucht, mit freundlichen Hinweisen auf das Vergehen aufmerksam zu machen.

Parkplätze für Geschäftskunden

„Wir machen keine Ausnahmen, jeder wird gleich behandelt“, betont er. Es ist ein Job, bei dem Anfeindungen nicht ausbleiben. „Manche Verkehrsteilnehmer werden rabiat oder gar beleidigend“, erzählt Gräml. Doch solche Situationen dürfe man nicht zu nahe an sich heranlassen. „Wir wollen niemanden verärgern. Man muss sich nur an die Regeln halten“, sagt er. Ins selbe Horn stößt Josef Köppl: „Das hat nichts mit Abzocke zu tun. Unser Ziel ist ein vernünftiges Parkverhalten in der Innenstadt.“ Das erhöhe gleichzeitig die Verkehrssicherheit. Drei Beschwerden habe es bisher im Rathaus gegeben. Nach einem klärenden Gespräch hätten die Bürger Verständnis gezeigt.

Durch die Überwachung sollen auch die Dauerparker vertrieben werden. Verwaltung und Verband sind sich einig, dass sich das positiv für die Geschäftswelt auswirkt. „Bereits nach den ersten Tagen sieht man Straßenzüge, in denen Kunden vor Geschäften wieder schneller einen Parkplatz finden als zuvor“, berichtet Köppl.

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