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Pressebericht vom 28. Dezember 2016 (Quelle: www.svz.de)

Kommt nun das Online-Knöllchen?

In Großstädten ist die Aufnahme und Abwicklung von Parkverstößen übers Internet längst Thema- kleinere Kommunen ziehen nun nach

Von Michael Schmidt

Michael Begemann ist nur noch mit Smartphone und speziellen Verwarnzetteln bewaffnet. Dank Steffen Jahnke (r.) sind externes Eingabegerät und Fotoapparat nun Geschichte. Foto: Peter Täufel

 
Gadebusch. Arno Burstein, Leiter des Ordnungsamtes in Gadebusch sieht es kommen, dass auch in der Münzstadt bald Parkverstöße online erfasst und bearbeitet werden. „Uns wurde das System auch vorgestellt und ich bin sicher, dass wir das in absehbarer Zukunft auch im Amt Gadebusch einführen werden. Zumal uns vor kurzem eines von unseren Erfassungsgeräten kaputt gegangen ist“, berichtet der Fachdienstleiter. Da gelte es zu überlegen, ob man noch einmal Ersatz für die alte Technik ordert, oder gleich zum neueren System wechselt, so seine Überlegung.

Auch in Rehna ist die Technik bekannt. „In Lübeck wird das ja bereits seit einiger Zeit so gehandhabt“, sagt Ordnungsamtsmitarbeiter Martin Kalugin. „Aber für uns ist das derzeit noch überhaupt kein Thema. Das würde eine Investition von mehreren tausend Euro bedeuten, deren Amortisation bei unserer Amtsgröße sehr lange dauern würde“, begründet er seine ablehnende Haltung. Anders sieht es da in der ehemaligen Kreisstadt Grevesmühlen aus. Hier ist man zu dem neuen System gewechselt. „Unser alter Softwaredienstleister hat seine Arbeit eingestellt. Da mussten wir uns nach etwas Anderem umsehen“, erklärt Systemadministrator Steffen Jahnke. Der 36-Jährige hat nun die Stadt Grevesmühlen auf das neue System umgestellt. So ist Ordnungsamtsmitarbeiter Michael Begemann nur noch mit einem Smartphone und einem Block spezieller Verwarnzettel ausgerüstet, wenn er seine Kontrollgänge zur Überwachung des ruhenden Verkehrs in der Stadt dreht. Fällt dem 52-Jährigen dabei ein Verstoß auf, macht er mit dem Multimedia-Handy ein Foto von dem Fahrzeug und trägt die dazugehörenden Fakten in ein Programm, das sich auf dem Mobilgerät befindet, ein. Zusätzlich scannt er damit den so genannten QR-Code, der sich auf dem Verwarnzettel befindet, den er dann an der Windschutzscheibe des Fahrzeugs befestigt. Damit ist der Fall personifiziert und kann nur vom Betroffenen und der Ordnungsbehörde eingesehen werden.

Anschließend sendet der Ordnungshüter die Daten via mobiler Internetverbindung an das hauseigene System - der Vorgang ist erfasst, das nachträgliche Übertragen der Daten, wie in der Vergangenheit notwendig, entfällt. Und auch der Verwarnte kann über den QR-Code oder den aufgedruckten Internet-Link mit PIN-Code darauf zugreifen und auch gleich die Strafe bezahlen. „Sollte nicht gleich bezahlt werden, wird wie bisher nach 14 Tagen die Verwarnung schriftlich zugestellt“, sagt die Leiterin des Ordnungsamtes, Pirko Scheiderer. Auch bei diesem sei noch die komplette Online-Abwicklung möglich. In eineinhalb Jahren soll sich diese Investition für Grevesmühlen amortisiert haben.

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