Aktuelle Presseberichte

Pressebericht vom 08. April 2016 (Quelle: Glauchauer Zeitung)

Ordnungsamt setzt neue Technik ein

Glauchaus Ordnungshüter gehen jetzt mit Smartphones gegen Dauerparker in der Innenstadt vor. Dabei werden die Autos mehrmals erfasst.

Von Holger Frenzel

Andreas Krumbholz gehört zum Streifenteam des Glauchauer Ordnungsamtes.
Glauchau. Autofahrer, die ihre Fahrzeuge in der Glauchauer Innenstadt abstellen, müssen neuerdings noch mehr auf der Hut sein. Denn das Ordnungsamt setzt eine neue Software ein. Und die Technik ist durchaus ausgefeilt. Auf dem Smartphone, mit dem die Kontrolleure ausgestattet sind, gibt es ein spezielles Programm, um ParkscheibenSchummler ausfindig zu machen. Damit erfassen sie nicht nur Kennzeichen, Uhrzeit und Standort, sondern auch die Position von zwei Reifen-Ventilen. „Auf die Daten können neuerdings alle Ordnungshüter im Verlauf des Tages zugreifen“, erklärt Andreas Krumbholz, einer von insgesamt vier Ordnungshütern im Streifendienst.

„Wir kennen mittlerweile
unsere Pappenheimer.“

Andreas Krumbholz, Ordnungshüter

Das ermöglicht folgendes Vorgehen: Am Vormittag werden schon mal die ersten Daten von verdächtigen Fahrzeugen erfasst. Den Tag über wird noch ein- bis zweimal auf den denselben Parkplätzen kontrolliert. Wenn das entsprechende Auto immer noch auf dem Stellplatz steht und nur an der Parkscheibe gedreht wurde, gibt es einen Strafzettel. „Wir kennen mittlerweile unsere Pappenheimer“, sagt Krumbholz. Die Informationen, die er und seine Kollegen am Smartphone erfassen, werden in Echtzeit auf ein Computersystem im Rathaus übertragen. Dort werden – meistens einige Tage später – die Aufforderungen zur Zahlung des Verwarngeldes gedruckt. „Autofahrer, die wir zwei- oder dreimal ertappt haben, werden nicht wieder an der Parkuhr drehen“, sagt Krumbholz. Mit dieser Methode wollen die Ordnungshüter gegen Leute vorgehen, die ihr Auto nicht bewegen, sondern nur die Parkscheibe weiterdrehen. „Wir verhindern, dass Dauerparker die Stellplätze in der Innenstadt blockieren“, sagt Marcus Steinhart, Fachbereichsleiter für Bürgerservice, Schule und Jugend.

Die Position der Ventile wird genau dokumentiert, um zu sehen, ob das Auto bewegt wurde.
Fotos © Andreas Kretschel (2)
 

Auf den Stellplätzen Ulmenhang, Schillerpark, Schlossstraße und Paul-Geipel-Straße verlangt die Stadt keine Parkgebühren. Stattdessen muss die Ankunftszeit auf einer im Auto befindlichen Parkscheibe eingestellt werden. Damit dürfen die Fahrzeuge eine Zeit lang – in den meisten Fällen für maximal zwei Stunden – stehen bleiben.

Wer die Parkzeit um mehr als eine Stunde überzieht, muss 15 Euro bezahlen. Autofahrer, die länger als drei Stunden stehen, bekommen ein Verwarngeld von 30 Euro aufgebrummt. Da kommt schon einiges an Geld rein.

In Glauchau werden pro Jahr insgesamt zwischen 30.000 und 35.000 Euro an Strafgeldern wegen Parkverstößen eingenommen. Die Zahl der Delikte liegt zwischen 2200 und 2500 pro Jahr. Parallel zum städtischen Ordnungsamt sind auch die Mitarbeiter der Polizei und der Sächsischen Sicherheitswacht im Glauchauer Stadtzentrum unterwegs. Sie können allerdings nicht auf die Daten der städtischen Ordnungshüter zugreifen. „Das ist auch in Zukunft nicht geplant“, sagt Marcus Steinhart.

© by Schelhorn OWiG Software GmbH 2017 - Impressum