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Pressebericht vom 13. Juli 2015 (Quelle: www.ln-online.de)

"Knöllchen" mit QR-Code: Parksünder zahlen per Smartphone

Von Alessandra Röder

Die Verkehrsüberwacher sind jetzt mit Smartphones unterwegs und verteilen QR-Codes statt Überweisungsträger. Damit geht das Zahlen schneller, aber nur für bestimmte Bankkunden.

In Lübeck kann mann das Knöllchen jetzt per QR-Code und Smartphone begleichen. © Guido Kollmeier

 
Lübeck. Knöllchen per App bezahlen: Die neue Ausstattung von Lübecks Verkehrsüberwachern macht es möglich. Auf der Jagd nach Falschparkern arbeiten die Ordnungshüter jetzt mit Smartphones. Parksünder finden statt dem Überweisungsträger nur noch einen Beleg mit einem QR-Code hinter dem Scheibenwischer. Der Code funktioniert jedoch nur bei Nutzern von Apps der Sparkasse, Volksbank oder BW-Bank. Wer kein Online-Banking-Account nutzt, muss nun die Kontodaten bei der Überweisung an die Stadt manuell eingeben. Für die Politessen wird durch die neuen Smartphones alles einfacher: Sie sind nun untereinander vernetzt und können vor Ort alle Daten abrufen.

Vor einem schwarzen Mercedes zieht Verkehrsüberwacherin Heidi Feddern ein Smartphone aus der Uniform und tippt auf dem Display herum. „Viele denken, dass ich mich von der Arbeit ablenke“, sagt sie und lacht. „Die haben sich noch nicht an den Anblick gewöhnt.“ Die 58-Jährige ist von dem neuen System begeistert. Denn jetzt kann sie unterwegs gleich überprüfen, ob einer ihrer Kollegen dem Fahrer schon eine Verwarnung gegeben hat. „So gibt es keine Doppelahndungen mehr, die später wieder zurückgenommen werden müssen“, erklärt sie. Durch Eingeben des Kennzeichens in ihre App kann sie alles lesen, was an diesem Tag über das betreffende Auto notiert wurde und Informationen wie Anwohnerparkausweise abrufen. Den Verstoß des schwarzen Mercedes gibt die 58-Jährige in eine vorgegebene Maske ein und sendet den Strafzettel per Bluetooth an einen kleinen Drucker an ihrem Gürtel. Schon rollt das weiße Knöllchen mit QR-Code, das ist ein kleines Viereck mit kryptischen Zeichen, aus dem Gerät.

Wenn der erwischte Falschparker das Knöllchen entdeckt, kann er sich jetzt wenigstens über die neuen Wunder der Technik freuen – vorausgesetzt, er ist Online-Banking-Kunde bei der Sparkasse, Volksbank oder BW-Bank. Denn nur diese Banken sind Partner der Giro-App. Über die Bank-Apps wird der QR-Code mit dem Smartphone gescannt. Die Daten werden automatisch übertragen und es wird sofort bezahlt. Alle anderen müssen die IBAN eintippen. Wer nicht online bezahlt, muss die Zahlenkette nun manuell am Bankautomaten eingeben.

40 Smartphones hat die Stadt bestellt. Feddern und ihre Kollegen nutzen die Handys auch als Diensttelefon und dürfen sie mit nach Hause nehmen. „Die Daten werden jetzt direkt von den Smartphones auf den Server geleitet. Früher mussten wir die Mobilen Daten-Erfassungsgeräte (MDE) nach der Arbeit dafür in spezielle Stationen stellen“, zählt Feddern weitere Vorteile auf. Und die Ausrüstung sei um einiges leichter. Mit MDE, Papierrolle und Drucker musste sie früher über ein Kilo schleppen. Jetzt hat sie das leichte Smartphone in der Tasche. Wer das kleine Knöllchen übersieht, wird kostenlos benachrichtigt.

Lübecks Autofahrer sind aber nur mäßig begeistert. „Ich finde es generell doof, ein Knöllchen zu bekommen. Und durch die Digitalisierung werden wieder unsere Daten weitergegeben“, sagt Mike Lamprecht (28).

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