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Pressebericht vom 25. September 2014 (Quelle: Stadt Soltau, Herr Körtge)

Nach modern kommt jetzt mobil

Oder: Das Ordnungsamt nutzt moderne Technik gegen Falschparker

Soltauer Stadtverwaltung setzt im Außendienst auf mobile Endgeräte für die Aufgabenerledigung

 
Bei der Datenverarbeitung im Soltauer Rathaus ging es schon immer um eine bessere und schlankere Verwaltung. 1974 mit ersten eigenen Softwarelösungen, 1999 bundesweit als erste Kommune mit elektronischer Archivierung und inzwischen seit 2005 moderner IT-Dienstleister auch für andere Kommunen. Der nächste Schritt ist jetzt der Einstieg in die mobile Datenverarbeitung - und bundesweit ist Soltau als erste Stadtverwaltung auch hier wieder ganz vorne dabei: mit GiroCode, einem neuen Bezahlverfahren mit dem Smartphone, das die Kreissparkassen und Volksbanken ihren Kunden landesweit anbieten.

In diesen Tagen wurden die Außendienstmitarbeiter des Soltauer Ordnungsamtes mit Smartphones ausgestattet, damit sie Ordnungswidrigkeiten an Ort und Stelle gleich online erfassen können und so den Durchlauf in der Verwaltung bis zur Bezahlung deutlich verkürzen. Das ermöglicht eine App, die von der Firma Schelhorn OWiG Software in Rottweil entwickelt wurde und mit dem Namen WiNOWiG in ganz Deutschland eingesetzt wird. Der Ablauf, hier am Beispiel eines Falschparkers, ist verblüffend einfach: Mit dem Smartphone werden das Kennzeichen, das Fabrikat, das Vergehen und der Ort des Geschehens erfasst, ein Beweisfoto gemacht - und bereits beim Speichern der Daten werden diese gleich über eine gesicherte Internetverbindung ins Rathaus übermittelt. Am Fahrzeug wird ein ‚Knöllchen' hinterlassen, das über einen Thermodrucker erstellt wird, der drahtlos mit dem Smarthone verbunden ist. Der Halter zum erfassten Kennzeichen wird bereits in der gleichen Nacht über eine voll automatisierte Anfrage beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg ermittelt. An dieser Stelle haben die EDV-Mitarbeiter der Stadt und des Landkreises eine tolle Idee gehabt. Warum muss Soltau das selbst machen, wenn doch der Landkreis das auch jeden Tag für seine Fälle machen muss? Hier zahlt sich die jahrelange interkommunale Zusammenarbeit auf Kreisebene (eGovernment) aus. Das Kreisnetz stellt eine sichere Infrastruktur für die gemeinsamen Halteranfragen beim KBA bereit - und bereits am nächsten Tag kann mit den Halterdaten weiter gearbeitet werden. Zahlt der Verkehrssünder nicht innerhalb der nächsten Tage, bekommt er eine vollautomatisch erzeugte Zahlungsaufforderung zugestellt. Darauf ist unter anderem ein GiroCode aufgedruckt, den ein Smartphone-Besitzer nur noch mit einer App der Kreissparkasse oder Volksbank abfotografieren braucht - und schon ist das Bußgeld bezahlt. Dieser GiroCode soll demnächst auch direkt schon auf dem Knöllchen aufgedruckt werden, dann ist es für den Empfänger gleich erledigt.

Das Ausfüllen von Verwarnungen mit dem Kugelschreiber hat damit ebenso ein Ende wie die Nachbearbeitung im Innendienst. Hier war zwar ein EDV-Programm über 15 Jahre lang im Einsatz - aber mit WiNOWiG geht alles noch viel schneller und reibungsloser. Der gesamte Vorgang läuft digital, Papier bekommt nur noch der Falschparker. Und wenn er nicht bezahlt, wird der Vorgang komplett digital an den Landkreis weitergegeben, der dann das Verfahren in seinem Hause fortsetzt. Auch dort freuen sich die Mitarbeiter, dass sie die Daten nicht noch einmal erfassen müssen. Alles in allem konnte die Arbeit und der Geschäftsprozess insgesamt so optimiert werden, dass eine halbe Stelle nicht neu besetzt werden musste, nachdem ein Mitarbeiter in den Ruhestand ging.

Dieses Beispiel soll nun Schule machen. Die mobilen Endgeräte können auch für die Feststellung, Behebung und Dokumentation von Straßenschäden verwendet werden. Von den verkürzten Laufzeiten der Daten erhoffen sich die Verantwortlichen eine schnellere und reibungslosere Abarbeitung dieser Schadensfälle. Denkbar ist der Einsatz auch für die aufwändige regelmäßige Kontrolle von Spielplätzen, auf Friedhöfen oder beim Einzug der Marktgebühren.

Nachgestellte Szene mit dem Dienstwagen des Bürgermeisters, der noch rechtzeitig angehalten werden konnte, bevor er seine Fahrt in die falsche Richtung der Einbahnstraße fortsetzen konnte. Von links: Thomas Effinger von der Fa. Schelhorn, Alois Bulitz vom Ordnungsamt mit Smartphone und Oliver Jeniche, Technischer Leiter der EDV-Abteilung.
Die neuen Knöllchen des Soltauer Ordnungsamtes.
Die App WinOWiG auf dem Smartphone, die eine einfache Erfassung von Verkehrstatbeständen ermöglicht.

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