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Pressebericht vom 23. Januar 2014 (Quelle: www.rp-online.de)

"Knöllchenjagd" mit dem Smartphone

Von Joachim Rüttgen

Radevormwald. Seit Oktober überwacht Kai Füchsel-John den ruhenden Verkehr auf den Straßen in Radevormwald. Knöllchen musste der 48-Jährige schon jede Menge verteilen. Mit dem Blockparken an der Kaiserstraße gibt es aber keine Probleme mehr.

Mit Smartphone auf der Jagd nach Falschparkern: Kai Füchsel-John setzte sich gegen 47 Bewerber um die Stelle des Politeurs durch. Der 48-Jährige arbeitete bis 1991 bei der NATO in Belgien, später wechselte der Speditionskaufmann zu Groß- und Einzelhandelsfirmen in Wermelskirchen und Schwelm. In Rade lebt der gebürtige Beyenburger seit fast 20 Jahren.

 
Das Blockparken an der Kaiserstraße sorgte anfangs für viel Chaos. Autofahrer und Lieferanten stellten sich oft quer, weil sie Probleme hatten, sich an die neue Verkehrsregelung zu gewöhnen. "Mittlerweile hat sich die Situation entspannt", sagt Holger Westhoff vom Fachbereich Soziales und Ordnung und für den Straßenverkehr zuständig. Unfälle gab es keine.

Westhoffs Tipp: Rückwärts einparken und vorwärts rausfahren – dann klappe das Blockparken. Die Fläche zum Rangieren sei groß genug. Optisch halte er die neue Art zu parken für gelungen. "Es funktioniert", sagt Westhoff und erhält ein zustimmendes Nicken von Kai Füchsel-John. Der 48-Jährige ist der neue Politeur und überwacht seit Oktober den ruhenden Verkehr in Rade. Beide sind sich einig, dass das Blockparken autofahrerisches Können erfordert. "Man muss sich umdrehen können", sagt Westhoff.

Er hat festgestellt, dass gerade ältere Menschen, wenn sie nicht mehr so gut zu Fuß sind, bis zum Markt fahren, um dort zu parken. Füchsel-John hat aber kaum jemanden erwischt, der sich quer stellt. Ob das neue Parken Geschmacksfrage oder Glaubensbekenntnis ist – "die Blockparkplätze sind meist belegt, eine große Abneigung scheint es nicht zu geben", sagt Westhoff. Das sei ein Lernprozess für alle. Immerhin werde der fließende Verkehr durch das Blockparken weniger beeinträchtigt als vorher, weil die Rangierfläche mittig zu den Parkplätzen liegt.

Probleme haben viele Verkehrsteilnehmer allerdings mit der Parkscheibe. Hier muss der neue Knöllchenschreiber öfters eingreifen. "Die Scheibe wird falsch eingestellt oder gar nicht ausgelegt", sagt Füchsel-John. Dass auch der Samstag ein Werktag ist und die Scheibe auch dann zum Einsatz kommen muss, wissen viele Autofahrer nicht. "Die Parkscheibe darf immer auf die nächste halbe Stunde vorgestellt werden, so dass in der Innenstadt maximal 90 Minuten auf einer Stelle geparkt werden darf", erläutert Westhoff. Füchsel-John erwischte jüngst einen Autofahrer, der gleich drei Scheiben platziert hatte. Auch das wird mit zehn Euro geahndet. Wer länger als drei Stunden parkt, zahlt 30 Euro.

Um das Knöllchen zu erstellen, gibt's modernste Technik: Füchsel-John ist mit einem Smartphone samt Kamera und einem kleinen Drucker unterwegs. "Fotos als Beweismittel werden immer wichtiger, weil sich die Bürger immer häufiger wehren", sagt Westhoff.

Füchsel-John ist der erste Politeur in Rade, der in Dienstjacke und als Mitarbeiter des Ordnungsamtes deutlich erkennbar unterwegs ist. Somit ist er auch Ansprechpartner für die Anliegen der Bürger. Neu ist auch, dass Füchsel-John ausschließlich für die Kontrolle zuständig ist. "Oft bekommen wir Hinweise von Bürgern, wo wir kontrollieren müssten. Wir werden diese Punkte künftig in den Kontrollplan des Politeurs einbinden", sagt Westhoff. Deshalb soll er künftig auch ein- bis zweimal in der Woche mit dem Auto unterwegs sein.

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