Aktuelle Presseberichte

Jahresbericht 2012
vom "Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland"

Das Staunen der Falschparker

Entweder kann dieser Mensch hellsehen oder er hat Zugang zu topaktuellen Daten. Wolfgang Braun erklärt, warum er oft mehr weiß als die Falschparker, die ihn anrufen. Und was das mit dem neuen Erfassungssystem WiNOWiG Mobil zu tun hat.

 
Herr Braun, seit Januar 2012 verwendet der Zweckverband Smartphones zur Erfassung von Parksündern. Wie hat sich Ihre Arbeit im Innendienst dadurch verändert?
Wolfgang Braun: Früher hat es 3 oder 4 Tage gedauert, bis die Daten der Falschparker bei uns in der Zentrale eingingen. Heute nehmen unsere Verkehrsüberwacher den Tatbestand mit ihren Smartphones auf und ein paar Sekunden später können wir den Fall online einsehen.

Und was sehen Sie da?
Alles, was der Außendienst aufgenommen hat: Den Grund für die Verwarnung, dazu Fotos, die das Fahrzeug und die Parksituation zeigen.

Was ist daran besser als früher?
Oft rufen die Leute noch von unterwegs an. Sie kommen zu ihrem Auto zurück, sehen den Strafzettel und greifen sofort zum Handy. Sobald mir der Anrufer sein Kfz-Kennzeichen nennt, hole ich mir den Fall auf den Bildschirm. Auf den Fotos sehe ich zum Beispiel, dass der Sonderausweis nicht sichtbar auslag. Damit ist der Fall schnell geklärt, ohne großen Schriftverkehr. Andere wollen wissen, was sie falsch gemacht haben.

Nennen Sie uns ein Beispiel.
Da hat jemand offensichtlich unbemerkt außerhalb der markierten Stellflächen geparkt. Die entsprechende Beschilderung haben unsere Verkehrsüberwacher dokumentiert, die Fotos dazu habe ich vor mir am Bildschirm. Steht der Anrufer noch an seinem Auto, sage ich beispielsweise: "Sehen Sie das rote Haus auf der rechten Seite? Gehen Sie mal hin und schauen Sie, was da auf dem Schild steht: "Parken mit Parkschein in gekennzeichneten Flächen." Das Staunen ist oft groß. Die Anrufer fragen natürlich, wie ich das jetzt "sehen" konnte.

Was hat sich durch das neue Erfassungssystem für die Verkehrsüberwacher draußen geändert?
Das alte Erfassungsgerät wog 1 Kilo, das neue Smartphone kommt auf etwas mehr als 100 Gramm. Ein weiterer Vorteil: Unsere Verkehrsüberwacher können unterwegs auf sämtliche Verwarnungen der letzten Tage zugreifen. Wurde ein Fahrzeug von der Frühschicht verwarnt, kann die Nachmittagsschicht online nachsehen, wie lange das Fahrzeug schon dort steht, und wenn nötig das Verwarngeld erhöhen.

Was haben die Mitgliedsgemeinden vom Erfassen der Falschparker per Smartphone?
Unsere Außendienstmitarbeiter müssen nicht mehr zur Auslesestation in die Zentrale oder die Rathäuser kommen. Die Daten werden ja nun automatisch vom Smartphone übertragen. Das spart Arbeitszeit.

Wie steht es mit der Sicherheit bei der Datenübertragung?
Wir arbeiten mit doppelter Verschlüsselung. Erst werden die Daten vom Erfassungsgerät verschlüsselt, dann erfolgt die verschlüsselte Übertragung an unsere Zentrale. Dort werden sie zur Bearbeitung wieder entschlüsselt.

Hat das neue System auch finanzielle Vorteile für den Zweckverband?
Große sogar. Der Anschaffungspreis für Smartphones, Handyverträge und WiNOWiG-Software ist viel niedriger als für die alten Geräte. Grob gerechnet haben sich für uns die Kosten halbiert.

Wie reagieren die Passanten, wenn sie die Verkehrsüberwacher mit den Smartphones sehen?
Viele sind neugierig und lassen sich das Display zeigen. Ein typischer Kommentar ist auch: "Gibt's do jetzt a scho a App?"



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