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Pressebericht vom 04. April 2013 (Quelle: www.rga-online.de)

Das Knöllchen-iPhone zahlt sich bereits aus

Von Axel Richter

Seit einem halben Jahr sind die zehn Verkehrsüberwachungskräfte beim Knöllchen schreiben mit dem iPhone ausgerüstet. Es erlaubt Maria Cardoso und ihren Kollegen, weit häufiger auf der Straße unterwegs zu sein als das mit den alten Geräten der Fall war. Foto: Roland Keusch

Remscheid. Die Fünf-Euro-Knolle wird deutlich teurer. Die Stadt rechnet dennoch nicht mit sprudelnden Einnahmen. Wenn die Buchstaben "R" und "S" sich nicht mehr drücken lassen, nutzt Remscheids Politessen das erprobteste Knöllchengerät wenig. "Wir können ja nicht nur die mit GM-Kennzeichen aufschreiben", sagt Jürgen Beckmann, Leiter des Remscheider Ordnungsamtes.

Seit einem halben Jahr verfolgen seine zehn Verkehrs- überwachungskräfte die Falschparker deshalb mit dem iPhone. "Winowig" heißt die dazugehörige Software, die nur auf den teuren Handys läuft, wie Beckmann sagt: "Das ist die ausgereifteste Technik; sie wird auch von der Polizei benutzt."

700.000 Euro nimmt die Stadt pro Jahr dank falsch parkender Autofahrer ein. Bisher. Wie berichtet, müssen die Autofahrer seit dieser Woche zehn statt fünf Euro für das fehlende Parkticket zahlen. Darf die Stadt deshalb nun mit sprudelnden Einnahmen rechnen?

"Das ist zu kurz gedacht", sagt der Ordnungsamtschef. Denn nur die Fünf-Euro-Knolle wird erhöht. Davon stellt die Stadt im Jahr rund 20.000 aus. Macht 100.000 Euro im Jahr. Dass nun (mal zehn Euro) 200.000 Euro zu erzielen sind, sei indes nicht zu erwarten.

Vielmehr dürfte das teurere Knöllchen dazu führen, dass mehr Autofahrer doch lieber ein Ticket ziehen, statt das Risiko einzugehen. "Es wird also Mehreinnahmen geben", sagt Beckmann, "aber nicht im vollen Umfang bei den Knollen."

Weniger als die insgesamt 700.000 Euro dürfte die klamme Stadt gleichwohl nicht einnehmen. Dafür sorgt schon die neue Handytechnik. Sie erlaubt den Knöllchenschreiberinnen weitaus häufiger auf der Straße zu sein als das vorher der Fall war.

Der Touchscreen kennt keine klemmenden Buchstaben

So blieben die Einnahmen konstant, obgleich das Ordnungsamt mit dem Kommunalen Ordnungsdienst - das sind die Streifen zum Beispiel am Hauptbahnhof - neue Aufgaben übernommen hat.

"Sehr zufrieden" ist der Ordnungsamtschef deshalb mit dem Knöllchen-Phone. "Wir haben "alle Informationen vor Ort abrufbar. Wir können sehr schnell sehen, was über ein Fahrzeug bereits registriert ist, ob Parktickets missbräuchlich verwendet werden." Und ein klemmendes "R" und "S" kennt der Touchscreen des Handys auch nicht.

TEURE KNÖLLCHEN

EINNAHMEN 700.000 Euro bescheren die Falschparker in jedem Jahr der Remscheider Stadtkasse. Die Zahl der Knöllchen über fünf Euro beläuft sich auf 20.000.

AUSSICHTEN Wer keine gültiges Parkticket hat, zahlt künftig zehn statt fünf Euro. Mit einer Einnahmen-Verdoppelung rechnet die Stadt nicht. Allerdings dürften mehr Autofahrer das Risiko scheuen und ein Ticket lösen.

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